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Ist der Markt für Crowdfunding schon bereit?

Ist der deutsche Markt schon bereit, um Millioneninvestments mittels dem Crowdfunding zu stemmen? Das ist eine Frage, die sich vor allem Experten aus Bank und Börse immer wieder stellen. Denn dabei geht es auch um die Frage, ob Crowdfunding als ein Konkurrenzmodell zu den regulären Finanzierungen betrachtet werden kann. Dass der Markt allerdings für die Schwarmfinanzierung schon bereit ist, halten auch viele aus der Szene für unrealistisch. Das belegt auch unsere Auffassung. Wir gehen davon aus, dass sich der Markt erst einspielen muss. Und das wird 5 – 10 Jahre dauern. Erst dann kann man beim Crowdfunding von einem ernst zunehmenden Mitspieler um Finanzierungen in Deutschland sprechen. Auch Bergfürst, ein Spieler im Crowdfunding, sagt offen, dass Crowdfunding noch einige Kinderkrankheiten habe. Malte Brettel, Professor für Wirtschaftswissenschaften und Leiter des Gründerzentrums der RWTH Aachen geht sogar noch einen Schritt weiter. So sagt er: „Einige sind zu naiv gestartet und dachten, das Venture Capital dadurch ersetzen zu können.“

Gründer beschweren sich

Vor allem Gründer klagen immer wieder über die Crowd Plattformen. Mal sind es die Verträge, die jeglicher Grundlage entbehren und zum anderen besonders die versteckten Kosten. Punkte von denen die Unterstützer in der Regel nichts erfahren. Die Gründer erfahren dieses oft erst, wenn es zu spät ist und sie nicht mehr zurück können. So ist eine der Hauptforderung an die Crowd Plattformen von den Gründern: „Investiert endlich in professionelle Rechtsanwälte!“ Ein Grund ist hierbei, das auch solche Plattformen genau die gleichen Wege gehen, wie viele Webmaster im Internet. Sie suchen sich bestehende Standardverträge oder Impressumsgeneratoren und bauen dann diese geringfügig für eigene Zwecke um. Ein fataler Fehler, der jeden Vertrag rechtlich aushebeln kann. Und ein fataler Fehler, wenn es um Seriosität geht. So gehen anderen Experten sogar weiter und sagen Crowdfunding in Deutschland existiere nur durch Lücken im Gesetz. Dadurch könnten sich Anbieter platzieren, die ohne Genehmigungen und Kontrollen nach eigenem Gutdünken Geld einsammeln. Denn eine Prospektpflicht besteht in vielen Fällen nicht, oder wird durch Lücken umgangen. Doch gerade die Prospektpflicht gewährt vielen Unterstützern (Anlegern) die spätere Hoffnung auf Klagen. Besonders dann, wenn sie falsch beraten wurden oder Interessenkonflikte vorlagen.

Mein Baby Crowdfunding

So ist damit zu rechnen, dass sich Crowdfunding zunächst in den Bereich etablieren wird, wo Gründer entweder von den Banken abgelehnt werden oder wo Startups zu wenig finanzielle Mittel benötigen, um für Venture Capital interessant zu sein. Erst viel später wird dann die Möglichkeit bestehen, Crowdfunding als ernsthaftes Gegenstück zu einer Bankfinanzierung zu sehen. Für uns ist das eine interessante Entwicklung, die wir gemeinsam mit Ihnen –liebe Leser, Schritt für Schritt gehen wollen. Wie bei einem Baby benötigt das Crowdfunding Entwicklungen, um zu reifen. Wir sind uns aber sicher, dass im Reifeprozess unglaubliches Potential stecken kann.