Stille Beteiligung – Und dann?

Immer wieder ist auf den Crowdfunding Plattformen der Begriff der Stillen Beteiligung zu lesen. User, die sich mit dem Crowd Funding bereits beschäftigt haben, wissen, was gemeint ist. Der Laie steht jedoch oft ratlos da und schüttelt den Kopf. Aus diesem Grunde möchten wir diesen Begriff einmal näher beschäftigen.

Schnell und einfach beim Crowdfunding

Grundsätzlich ist die Stille Beteiligung bei einer Abwicklung im Crowdfunding immer die einfachste Form. Ein Notar wird dazu nicht benötigt. Lediglich die Unterschrift des Geldgebers und des Gründers. Ein formaler Vertrag in Schriftform reicht für die Beteiligung in den meisten Fällen aus. Fraglich ist allerdings, wie sich das Vertragsverhältnis bei Massenbeteiligungen gewichtet. Etwa dann, wenn sich mehrere Hundert Personen mit relativen kleinen Beträgen an dem Startup beteiligen wollen. Solange dieses jedoch nicht der Fall ist, dient die Stille Beteiligung als schnelle und sachliche Lösung im Crowdfunding. Auch im normalen Geschäftsbereich wird diese Form immer wieder angewandt.

Auf Rechtsform achten

Als Voraussetzung dient eine bereits bestehende oder in Gründung befindliche Unternehmensform. Ausreichend kann auch die Gesellschaft bürgerlichen Rechts sein. Doch von Startups mit dieser Rechtsform raten wird dringend ab. Zudem kann eine solche Beteiligung später kaum verkauft werden. Es findet sich einfach kein Käufer.GmbH, AG und KG gehören zu den üblichen Rechtsformen, die sich problemlos für eine Stille Beteiligung eignen.

Mit der Stillen Beteiligung erwerben Sie einen prozentualen Anteil an dem möglichen Unternehmenserfolg (also Gewinn und Verkaufserlös). Ein Anspruch bei einer Insolvenz besteht gegen den Halter der Stillen Beteiligung nicht. Allerdings sind Sie nicht so hoch an möglichen Unternehmenserlösen wie bei einer Offenen Beteiligung beteiligt.

Kontrollrecht ja, aber keine Mitsprache

Mit der Stillen Beteiligung erhalten Sie zudem ein Kontrollrecht im Unternehmen. Allerdings fällt dieses in den meisten Fällen unbedeutend aus, wenn nur ein geringer Unterstützungsbeitrag eingezahlt wurde. Eine aktive Mitsprachemöglichkeit besteht aber nicht.

Da der Vertrag schnell und unbürokratisch geschlossen werden kann, bietet sich mit der Stillen Beteiligung die beste Alternative im Crowdfunding.

Haltezeiten beim Crowdfunding

Die einzelnen Haltezeiten werden unterschiedlich gehandhabt. Einige Crowdfunding Plattformen nutzen für alle Projekte bereits fertige Verträge. Dieses betrachten wir jedoch als recht negativ. Bei guten Plattformen werden die Verträge auf des jeweilige Startup zugeschnitten. Die Haltezeiten betragen dann zwischen 2 bis zu 6 Jahren. Erst danach kann die Beteiligung beendet werden.

Verkauf der Stillen Beteiligung

Prinzipiell kann die Beteiligung auch an Dritte verkauft werden. Hierzu muss der Beteiligungsvertrag jedoch beachtet werden. Es können Zeitsperren eingebaut werden oder gar Ausschlusskriterien! Das Problem ist aber oft, einen Käufer zu finden. Wenn sich das Unternehmen nur mäßig entwickelt und die Beteiligung klein ist, wird sich nur sehr schwer ein Interessent finden lassen. Unter Umständen sogar keiner. Ebenso ist es sehr schwer den Wert einer Stillen Beteiligung zu benennen. Auch diese Umstände sollten vorab genau bedacht werden. Wie bereits mehrfach erwähnt, ist ein Investment im Crowdfunding immer nur dann zu empfehlen, wenn der investierte Betrag auch in voller Höhe als Verlust verkraftet werden kann.

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