Das partiarische Darlehen beim Crowdfunding

Je nach Projekt und Crowd Plattformen bestehen unterschiedliche Beteiligungsmodelle für die Investoren. Am bekanntesten bei Startups ist wohl die Stille Beteiligung, die wir hier bereits extern angesprochen haben. Neben dieser Form verwendet man seit geraumer Zeit auch das so genannte partiarische Darlehen. Vorwiegend, um die hohen gesetzlichen Auflagen umgehen zu können. Denn sobald die erforderliche Finanzierungssumme 100.000 Euro übersteigt, gerät man in vielen Fällen bei der Stillen Beteiligung auf hohe Auflagen, die zu erfüllen sind.

Flexibel und ohne Kontrolle durch den Gesetzgeber

Das partiarische Darlehen hingegen erweist sich als außerordentlich flexibel und darüberhinaus auch als Nutzbar bei hohen Finanzierungssummen. So ist es in der Regel prospekt- und aufsichtsfrei. Ein ideales Instrument im Crowdfunding für den Betreiber der Plattform und dem Startup. Allerdings kommen die Interessen der Investoren dabei deutlich ein wenig zu kurz. So müssen keine Prospekte erstellt werden, dementsprechend wird auch dafür keine Haftung getragen.
Bei Gründern hingegen kann es praktisch für alle Branchen und Bereiche verwandt werden.

Gewinn- und Umsatzbeteiligung

Die Verzinsung erfolgt hierbei in Form eines partiarischen Rechts, beinhaltet also auch eine Gewinn- und Umsatzbeteiligung. Investoren erhalten keine Beteiligung am Unternehmen selbst. Der Gründer kann also nach Belieben schalten und walten.

Genauso wie bei der Stillen Beteiligung ist der Investor nicht an möglichen Verlusten des Startups beteiligt, eine Nachhaftung kann damit ebenfalls nicht gestellt werden.

Da bei einem partiarischen Darlehen keine gesetzliche Prospektpflicht besteht, muss der Gründer keinen Verkaufsprospekt bereitstellen. Auch der Plattformbetreiber ist davon freigestellt. Auch kann der Vertrieb ohne eine weitere zusätzliche Erlaubnis erfolgen (§ 32 Kreditwesengesetz).

Erforderlich ist allerdings, dass dieses Darlehen entweder banküblich gesichert ist oder durch einen qualifizierten Nachrang.

Das partiarische Darlehen kennt zahlreiche Varianten. Eine individuelle Anpassung und Ausgestaltung sollte daher passend für das Vorhaben erfolgen. Standardverträge sind im Grunde nicht ratsam.

Steuerliche Behandlung

Für den Investoren entstehen bei einem partiarischen Darlehen Nachteile bei der steuerlichen Behandlung, sofern ein zu großer Anteil erworben würde. Diese sind aber in der Regel auch bei der Stillen Beteiligung zu finden. Die Einkünfte aus diesem Darlehen werden als Einkünfte aus Kapitalvermögen angesehen. Je nach Größe der Beteiligung kann es steuerlich so ausgelegt werden, dass der Investor (hier der Kreditgeber) einen gewissen Einfluss auf die Geschäftsführung des Startups erhält. Daraus könnte man eine versteckte Mitunternehmerschaft ableiten. Das könnte zu folge haben, das die Einkünfte aus dem Kapitalvermögen nicht mehr im Sinne des Einkommenssteuerrechts berechnet werden, sondern nun aus einem Gewerbebetrieb. In diesem Fall müsse der Kreditgeber auch eine Gewerbesteuer entrichten. Es sei jedoch gesagt, das dieses bei kleinen Beteiligungen bisher nicht der Fall ist.

Laufzeiten des partiarischen Darlehens

Auch hier zeigt sich das partiarische Darlehen höchst flexibel. Es können sowohl befristete als auch unbefristete Verträge vereinbart werden. Eine jederzeitige Kündigung kann vereinbart werden und sollte bei Crowdfunding Projekten spätestens nach 2 Jahren unbedingt möglich sein. Meistens wird im Crowdfunding eine so genannte Kündigungssperrfrist vereinbart. Also ein Zeitraum, in der die Kreditsumme durch den Investoren nicht zurück verlangt werden kann. Im Durchschnitt werden Laufzeiten von 3 bis zu 15 Jahren vereinbart.