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Crowd Plattform: foundingcrowd, Deutschland

Alle Daten sind ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit aufgeführt. Jeder, der sich für diese Plattform interessiert, sollte sich deshalb weitere genaue Informationen einholen. Wir übernehmen keine Haftung für die Angaben der nachfolgenden Daten!

I. Kontaktdaten

Webseite: www.foundingcrowd.org
eMail: info@foundingcrowd.org oder http://www.foundingcrowd.org/de/faq.html
Tel.: +49.30-5770 38 929
Rechtsform: GmbH
Postadresse: FoundingCrowd GmbH, Pappelallee 78/79, 10437 Berlin
Registergericht: Berlin, Deutschland
Registernummer: HRB 141559 B
Geschäftsführer: Fran Steven Eichholtz
Facebook: http://www.facebook.com/foundingcrowd
Twitter: https://twitter.com/foundingcrowd

II. Geschäftsdaten und Abwicklung

Gegründet: 01.07.2012
Besonderheit: Erster Volksinkubinator …
Mitarbeiter: Nicht bekannt
Schwerpunkt: Startups
Beteiligungen: Ab 500 Euro
Zeitraum: Max. unterschiedlich
Beteiligungsform: Überwiegend stille Beteiligung (ohne direkte Beteiligung)
Zielgruppe: Startups, zunächst bis 100.000 Euro
Provision: nicht bekannt
BaFin-Aufsicht: Kann nicht geprüft werden
Zahlung: Direkt, aber anscheinend ohne Aufsicht
Registrierte Mitglieder: unbekannt
Aktive Mitglieder: unbekannt
AGB: nicht vorhanden!!!

 

III. Historie und Entwicklung

 

Die Betreiber versprechen, Startups mit großem Knowhow zu begleiten und in dieser Phase das Startkapital einsammeln zu wollen. Dabei soll es sich zunächst um Gründungsprojekte mit einem Finanzierungskapital bis zu 100.000 Euro handeln. Die Beteiligung der Investoren ist dabei über Stille Beteiligungen möglich, jedoch nicht direkt in das Startup!
Das Unternehmen benennt sich dabei als welterster Volksinkubator. Eine vielleicht nicht sehr geschickt gewählte Aussage …
Die Plattform versucht das Risiko, für Investoren klein zu halten. Das bedeutet, das die Investoren nicht direkt in das Startup finanzieren, sondern direkt in die foundingcrowd GmbH, die sich dann ihrerseits an dem Startup beteiligt. Nach eigenen Firmenaussagen waren die Gründer vor foundingcrowd auch bei der Entwicklung von Zalando oder eDarling involviert. Inwieweit das tatsächlich zutrifft, lässt sich aber kaum prüfen. Die Beteiligungen können ab 500 Euro erfolgen.

Gegründet wurde das Unternehmen im März, 2012. Laut den Geschäftsausführungen liegt angeblich eine Zusammenarbeit mit der BaFin vor. Allerdings deuten die Angaben im Impressum nicht darauf. Weiterreichende Informationen sind zum Unternehmen nicht bekannt.

IV. Informationen für Investoren

Der Crowdfunding Plattformen Betreiber will eine ausgewogene Alternative anbieten, indem die Beteiligung an einem Startup über die Plattform selbst erfolgt. So wie es bei anderen Crowd Anbietern praktiziert wird. Für den Investor bedeutet das jedoch Einschränkungen. Eine mögliche Mitsprache (auch wenn diese sowie so in der Regel unbedeutend ausfällt) an dem Startup kann er so nicht erzielen. Auch hat er keine Kontrolle über die Verwendung seiner Beteiligung.
Sie als Anleger können sich nur direkt an der Plattform als Stiller Gesellschafter beteiligen. Das bedeutet letztendlich, dass man sich nicht gezielt an ein Startup beteiligt, sondern einer Streuung unterliegt. Das mindert zwar das Risiko erheblich, allerdings auch die Renditeerwartung. Der Investor kann damit kein spezielles Projekt fördern.

Derzeit ist allerdings nicht ersichtlich, in was investiert wird oder werden soll!

V. Informationen für Startups

Gründer können ihre Ideen bis zu 100.000 Euro einreichen. Es handelt sich aber nur um ein abgewandeltes Crowdfunding. So stehen Sie als Gründer nicht direkt mit den Usern in Kontakt. Die Betreiber der Plattform beteiligen sich dafür direkt an Ihrer Idee.

Hier können Sie sich bewerben: http://www.foundingcrowd.org/de/gruender/jetzt-bewerben.html

Erwartet wird ein Lebenslauf und weitere Unterlagen zur Idee.

VI. Kurzes Fazit

Die Plattform wirkt sehr nüchtern und vermittelt wenig Informationen. Man könnte nun sagen, foundingcrowd will sich auf das wesentliche Konzentrieren. Scheint aber dabei zu vergessen, dass die Zielgruppe bei den Investoren nun einmal keine professionellen Anleger sind.- Sondern User, die sich teilweise nur geringfügig mit dem Crowdfunding auskennen. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn man die Seite auch zielgerichtet auf dieses Publikum ausgerichtet hätte. Einen Newsletter oder einen Blog sucht man vergeblich. Auch die Facebook Seite wird nicht gepflegt. Das sollte aber gerade im Bereich vom Crowdfunding das A und O sein. Hier bestehen noch schwere Fehler, die man hoffentlich irgendwann als Anfangsfehler abtun kann.

BaFin Kontrolle/Aufsicht: Ja oder Nein?

Was ein wenig merkwürdig anmutet, ist, dass sich die Betreiber in einem Abschnitt der Seite mit einer BaFin Kontrolle darstellen, dieses aber anscheinend nicht der Fall ist. Zu mindestens kann es nicht geprüft werden. So wie es aussieht, unterliegt auch foundingcrowd keiner BaFin Kontrolle, noch verfügt die Seite über eine besondere Gewerbezulassung für Finanzen. Zu mindestens werden dazu nur ungenaue Angaben gemacht. Leider kein Einzelfall bei Crowdfunding Plattformen in Deutschland.

Keine Hausaufgaben gemacht

Der Auftritt verspricht leider nicht das, was die Betreiber zunächst betonten. Sie versprachen der erste Inkubator in der Welt zu sein. Doch damit wird etwas behauptet, was keinesfalls der Fall ist. Die Betreiber haben offensichtlich ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Bereits zahlreiche andere Plattformen, die wesentlich früher gegründet wurden, nehmen diesen Platz ein und bieten ähnliche und sogar gleiche Modelle seit Langem an.

Keine direkte Beteiligung

Der Investor kann sich bei dieser Crowdfunding Plattform nicht direkt an dem Startup beteiligen, sondern muss einen Umweg nehmen. Der Betreiber sammelt das Geld ein und beteiligt sich dann direkt an dem Startup. Das bedeutet für den Anleger, dass er praktisch auf Mitspracherechte beim Startup in jeglicher Form verzichtet und auch seine Beteiligung praktisch nicht ohne weiteres verkaufen kann. Faktisch könnte man auch sagen, dass seine Beteiligung somit wertlos ist (solange keine Umsatzbeteiligungen ausgezahlt werden).
Während der Betreiber dadurch gekonnt seine Machtposition im Startup durch eine große Beteiligung ausbauen und erhebliches Mitspracherecht nutzen kann. Insgesamt ist diese Methode sowohl für die Investoren als auch den Gründer durchaus sehr kritisch zu betrachten. Der Betreiber der Plattform hingegen befindet sich damit jedoch in einer sehr guten Position. Doch das soll eben nicht das Ziel beim Crowdfunding sein.

Risiko und Rendite minimieren

Die Vorteile liegen sicherlich darin, dass Anleger ihr Risiko minimieren können. Dennoch geht das ganz klar auf Kosten der Rendite. Auch das Mitfiebern hält sich in Grenzen. Unter Umständen sollte man dann besser doch zu einer Bank gehen.