Was sollte ich beachten ?

User, die sich mit den Ideen und Vorstellungen eines Projektes, von einer Crowdfunding Plattform identifizieren können, werden schnell zu Anlegern. Dabei werden die Anleger auch gerne als Unterstützer bezeichnet.

Vom Interesse, der Faszination bis hin zur Beteiligung sind es nur wenige Schritte. Genau davon lebt die Idee beim Crowdfunding. Einfachheit. Jeder hat die Möglichkeit, sich an der Umsetzung einer Vision zu beteiligen. Unabhängig davon, wie viel Geld man selbst besitzt. Das geht bereits mit kleinen Geldbeträgen. Ein soziales Miteinander, unabhängig von Klassen, Nationalitäten und Vermögen.

Im Internet beginnt das Crowdfunding

Geworben wird für ein Projekt dabei eigentlich ausschließlich über das Medium Internet. So kann innerhalb eines kurzen Zeitraumes eine hohe Kapitalbeschaffung stattfinden. Anleger können sich zwar auch mit recht geringen Summen beteiligen, die Zielgruppe ist dafür aber im Internet weit aus höher als bei einer klassischen Anlageform.
Dennoch gibt es eine Vielzahl von Punkten zu beachten, selbst wenn es sich nur um eine kleine Einlage beim Crowdfunding handelt.

Wichtige Fragen

Bevor Sie sich an einem Projekt beteiligen, sollten immer erst gewisse Punkte und Fragen geklärt werden. Sobald Sie planen mit einem höheren Betrag einzusteigen, raten wir auch zu der persönlichen Kontaktaufnahme. Beachten Sie dabei, dass Gründer sich natürlich oft in dieser Phase in Hektik befinden und sich nicht viel Zeit für einzelne Anfragen nehmen können. Dennoch kann eine solche Nachfrage vielfach über eine Beteiligung entscheiden.
Sofern Sie nur mit geringen Beträgen mitwirken möchten, ist eine direkte Nachfrage sicherlich nicht unbedingt erforderlich.

Fragen, die im Vordergrund vor der Investition stehen sollten:

1. Ist die Crowdfunding Plattform nur Vermittler oder bietet diese selbst Beteiligungen an?

2. Art des Transfers
Ist der Crowdfunding Anbieter auch der Zahlungstreuhänder oder erfolgt die Zahlung direkt an den Beteiligungsanbieter?

3. Wie sieht die Beteiligungsform aus?

4. Wird es sich bei der Summe um Fremd- oder Eigenkapital handeln.

5. Wie viele Mitglieder hat die Plattform?

6. Was sagt google?

Zum letzten Punkt „google“ sollten Sie den Namen der Plattform und des für Sie interessanten Projektes einfach einmal in google eingeben. Sie werden schnell sehen, wie die Resonanzen anderer User sind, und können sich unter Umständen so ein besseres Bild machen.
Es gibt im Internet auch spezielle Beurteilungsplattformen (wie man es von Hotels kennt), von diesen sollten Sie aber Abstand nehmen. In der Regel handelt es sich bei den Einträgen in einer Vielzahl um gefälschte Kommentare. Die Suche über google erweist sich dabei als sinnvoller.

Ganz entscheidend ist auch, ob es sich bei der Crowd Plattform um einen einfachen Anbieter handelt, der sich aus allem raushält oder der auch gewisse Aufgaben bei der Vermittlung und Zahlung übernimmt. Das zeigt sich meistens daraus, ob die Plattform der Bafin-Aufsicht (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) unterliegt. Das kann ein Zeichen weiterer Seriosität sein.

Achten Sie auf die Resonanz der Anderen

Der Gedanke beim Crowdfunding basiert zunächst auf sozialen Aspekten, erst im Nachklang auf ein mögliches Gewinnstreben. Das sollte Ihnen als Investor von Anfang an klar sein. Die Gefahr eines Totalverlustes Ihrer Anlage besteht bei jeder Beteiligung. Ausschlaggebend für den Erfolg eines Startups und dessen Geschäftsmodell sind praktisch im Crowdfunding die Resonanzen der User. Und diese Resonanz zeigt sich eindeutig durch eine Investition in das vorgestellte Projekt. Zeigt sich jedoch nur eine sehr langsame und schwerfällige Ansammlung des Geldbedarfs im Crowdfunding, deutet das zumeist auf mögliche spätere Probleme hin. Das vorgestellte Geschäftsmodell genießt demnach keine ausreichende Akzeptanz. Für Sie also ein wichtiges Kriterium bei der Beurteilung.

Bei Gewinnabsichten Risiko minimieren

Wie bereits angesprochen besteht ein enormes Risiko. Sofern Sie sich an Startups im Crowdfunding nicht nur einfach aus Überzeug beteiligen wollen, sondern auch mit dem Hintergedanken einer möglichen Gewinnerzielung, gilt es Risikostreuung zu betreiben. Das eingesammelte Kapital ist zumeist als Wagniskapital einzustufen. Praktisch ein Ausdruck dafür, dass keine Sicherheiten bestehen.

Sie investieren in eine Idee, nicht in Werte. Ein klarer Unterschied zu den klassischen Investments. Selbst noch so wohlklingende Geschäftspläne und Kalkulationen sind kein Garant für die Sicherheit der Anlage. Deswegen sollten Sie unter diesen Maßstäben Ihren Investmentbetrag auf mehrere Projekte streuen und das Risiko damit deutlich minimieren.

Die Zeit ist bedeutend

Immer wieder hört man, dass Projekte im Crowdfunding oft in nur wenigen Stunden oder Tage finanziert werden können. Für das Startup sicherlich ein unschätzbarer Vorteil. Für den Investor hingegen weniger. Bevor Sie sich mit dem Gedanken einer Beteiligung tragen, sollte die Recherche im Vordergrund stehen.

In wenigen Stunden oder Tagen ist dieses kaum machbar. Einige Plattformen bieten daher auch die Möglichkeit, dass sich mögliche Investoren austauschen und sich ein Bild über das Projekt bilden können. Ein Zeitdruck nach dem Verfahren „First come, first serve“ wird also bewusst im Sinne der User vermieden. Mögliche Rückfragen können in Ruhe geklärt werden. In aller Regel wird dadurch auch das Vertrauen gefördert. Meistens liegen die Einstiegssummen bei diesen Crowd Funding Plattformen aber vielfach höher (ab 500 oder 800 Euro).

Die Zugangsvoraussetzungen

Ein sehr wichtiger Aspekt sind aber auch die einzelnen Zugangsvoraussetzungen für die Gründer. Wenn praktisch jeder ohne (große) Prüfung sein Projekt einstellen kann, sollten Sie sehr vorsichtig bei einer Crowd Funding Plattform sein. Das führt in der Regel zu sehr laschen Prüfungen.
So könnte jeder die noch so verrücktesten Ideen einstellen, auch dann, wenn er mehrfach in der Schufa negativ aufgefallen ist.
Die seriösen Plattformen bieten daher bestimmte Voraussetzungen an und prüfen die Gründer vorab (teilweise gründlich). Das gibt dem User einen weiteren Schutz. Wo die einzelnen Zugangsvoraussetzungen vermerkt sind, ist jedoch von Betreiber zu Betreiber unterschiedlich. Oft findet man Vermerke in den Geschäftsbedingungen. In der kommenden Zeit werden wir vermehrt auch diverse Crowd Plattformen vorstellen. Sofern vorhanden, können Sie dort auch direkt einen Link für die Zugangsvoraussetzungen entnehmen.

Scheitern einplanen

Die Euphorie bei jeder Anlage in ein Startup ist groß. Doch bei aller Freude und Hoffnung sollten Sie sich immer auch auf ein Scheitern des Projektes einstellen. Nur das schützt Sie vor späteren Enttäuschungen. Dabei kann ein Scheitern sehr unterschiedliche Gründe haben. Auch wenn eine Idee mit Überzeichnung (mehr Geld wird eingezahlt als benötigt wird) angenommen wird, ist das keinesfalls ein Indiz für einen Erfolg. Investieren Sie wirklich nur, wenn Sie auch einen Totalverlust verkraften können.

Anlagehorizont und Erfolgsbeteiligung

Bevor Sie blind in ein Projekt investieren, prüfen Sie sehr genau alle Informationen. Dabei ist es besonders wichtig zu wissen, was Sie für Ihren Geldbetrag erhalten. Bei Startups sind es oft stille Beteiligungen oder Aktien. Dann stellt sich die Frage (angenommen das Startup entwickelt sich erfolgreich), wann Sie die Beteiligung oder die Gegenleistung verkaufen oder weitergeben dürfen. Bei Aktien bestehen zum Beispiel grundsätzlich bestimmte Zeithorizonte, die einzuhalten sind. Auch wenn das Wort Aktien sich bei Startups gut anhört, sind die Unternehmen jedoch noch nicht börsennotiert. Das bedeutet, Ihre Aktien werden nicht an der Börse gehandelt. Was den Verkauf unter Umständen später erschweren kann.

Bei stillen Beteiligungen stellt sich insbesondere die Frage, wie Ihre Einlage bei Erfolg verrechnet werden soll. Oft gilt es die kleinen Punkte zu beachten, damit man später am Erfolg wirklich teilhaben kann.

Bitte nehmen Sie sich daher vor dem Klick immer ausreichend Zeit. Nichts kann schlimmer beim Crowdfunding sein, als vorschnell zu reagieren. Selbst wenn sich eine Überzeichnung der Idee androht. Die Masse kann recht haben, oft aber auch falsch liegen.

10 Schritte zum schnellen Erfolg:

1. Wer ist der Betreiber der Crowd Plattform?

2. Was zeigt google an?

3. Wie viele Mitglieder gibt es auf der Plattform?

4. Ist der Betreiber bei der BaFin registriert?

5. Wie sind die Zugangsvoraussetzungen für Gründer?

6. Wer steckt hinter der Idee?
– Lebenslauf
– Finanzielle Verhältnisse
– Was sagt google
– Gibt es eine Schufaauskunft

7. Erfahrung der Gründer
– Haben die Gründer Erfahrung?
– Steht den Gründern ein erfahrenes Team zur Seite?

8. Der Geldbedarf der Gründer
– Ist der Geldbedarf realistisch (oder zu gering/hoch)?

9. Lassen Sie sich Zeit
– Informieren Sie sich zunächst gründlich!

10. Nur investieren, wenn Sie auch einen Totalverlust verkraften!