BaFin und den gesetzlichen Bestimmung von Crowdfunding Plattformen

Erlaubnispflicht für Crowdfunding Plattformen

In Deutschland ist das Thema Crowdfunding noch nicht allzu lange bekannt, demgemäß sind auch die gesetzlichen Vorgaben noch nicht auf diese neue Form der Finanzierung aufgestellt. Dennoch bewegen sich viele Betreiber in einer Grauzone. Zu mindestens, wenn Sie von Deutschland (oder in der EU) operieren.

Seit schon geraumer Zeit beschäftigt sich die BaFin mit diesem Thema. Bei der BaFin handelt es sich um die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Banken, Vermögensverwalter und andere Institute, die sich mit Finanzen und Versicherungen beschäftigen, sind der Kontrolle der BaFin unterstellt.

Erlaubnispflicht?

Derzeit ist der Betrieb einer Crowdfunding Plattform nicht erlaubnispflichtig. Denn die meisten Erlaubnistatbestände fallen unter eine Ausnahmeregelung, die das Kreditwesengesetz (KWG) erlaubt.

Allerdings ist diese Ausnahme fragwürdig, sobald sich die Plattform selbst an Projekten beteiligt oder das Geld nicht über einen externen Treuhänder einsammelt. Aber genau das machen viele Plattformen. Sobald sie die Geldbeträge persönlich entgegennehmen oder verwalten, muss eine Erlaubnis vorliegen. Bei unserem Check lag diese Genehmigung aber in 90 Prozent aller Fälle nicht vor.

Persönliche Eignung

Zudem stellt sich die persönliche Eignung vieler Betreiber infrage. Denn genauso wie bei dem Vertrieb von Versicherungen oder Finanzierungen bedarf es oft einer besonderen Gewerbeerlaubnis. Dabei wird die persönliche Eignung (auch mit einem behördlichen Führungszeugnis) geprüft. Fast alle Crowd Betreiber haben bisher darauf verzichtet. Dabei sind die einzelnen Plattformen so ausgelegt, dass man eine direkte Anlageempfehlung durchaus vermuten könnte.

Sicherlich wird sich in der nächsten Zeit noch einiges bewegen und einige Plattformen werden die gesetzlichen Auflagen kaum erfüllen können. Daher ist zu vermuten, dass der Sitz der Firmen auf kurz oder lang ins Ausland verlegt wird.

Finanzierungsgrenze

Auch Gründer müssen sehr genau auf den Finanzierungsbedarf achten. Nicht immer arbeiten die Crowd Plattformen nach den gesetzlichen Richtlinien. Im Grunde gilt: Ist der Bedarf unter 100.000 Euro kann in der Regel auf die Vorlage eines Prospektes und eine Prospekthaftung verzichtet werden. Sobald diese Summe jedoch überstiegen wird, greift das Wertpapierprospektgesetz. Ausnahmen bestehen.

Zukunft im Crowdfunding

Es ist anzunehmen, dass viele Crowdfunding Plattformen über ihr bisheriges Geschäfsmodell nachdenken und dieses im Laufe der nächsten 5 Jahre den gesetzlichen Anforderungen anpassen werden müssen. Das bietet vor allem Vorteile für Investoren, die dann sichere und einheitliche Maßstäbe nutzen können.

Update:

Am 5.September 2012  wurde von der BaFin folgendes Statement zum Crowdfunding veröffenlicht:

Crowdfunding im Licht des Aufsichtsrechts

Was Plattformbetreiber und kapitalsuchende Anbieter von Beteiligungsmöglichkeiten beachten müssen.

Den genauen Wortlaut können Sie hier lesen.

 

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